Zwischen Seoul und Schwabenland
Shownotes
**atelierJAK **ist das deutsch-koreanische Künstlerduo von Andreas Geisselhardt und Jangyoung Jung. Von Leonberg und Stuttgart aus entwickeln die beiden seit vielen Jahren Arbeiten zwischen Skulptur, Film, Installation und Zeichnung, die in Deutschland, Korea, Taiwan und den USA gezeigt werden. Im Zentrum ihres Langzeitprojekts »Soul Blindness« steht die Frage, wie wir die Welt wahrnehmen, erkennen und mit Bedeutung aufladen. Mit großer handwerklicher Präzision und einer bemerkenswerten Offenheit für unterschiedliche Perspektiven schaffen sie Kunst, die weniger Antworten liefert als neue Denk- und Erfahrungsräume eröffnet.
Gäste:
Jangyoung Jung (*1973 in Korea) und **Andreas Geisselhardt *(1974 in Deutschland) studierten freie Kunst u.a. an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Seit 2006 arbeiten sie zusammen, seit 2012 als atelierJAK. Die Arbeiten von Jangyoung Jung und Andreas Geisselhardt entstehen in der Konstellation als Gruppe, der gegenseitigen Auseinandersetzung und zwischenmenschlichen wie kulturellen Ambivalenz. Sie untersuchen die Bedingungen von Wahrnehmung an der Schnittstelle von Bild, Material und Raum. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Sehen und Erkennen voneinander lösen lassen. Die Arbeiten erzeugen Situationen, in denen Wahrnehmung instabil wird und Bedeutung nicht unmittelbar gegeben ist, sondern sich erst im Prozess des Betrachtens konstituiert.
kunstundquer #KulturRegionStuttgart #atelierJAK #AndreasGeisselhardt #Gegenwartskunst #Kunstpodcast #KunstundKI #SoulBlindness #Leonberg #StuttgartRegion #InstallationArt #Skulptur #ZeitgenössischeKunst #ArtTalk #PodcastDE
Transkript anzeigen
00:00:00: Was passiert, wenn wir Dinge sehen?
00:00:02: Sie aber nicht sofort einordnen können.
00:00:30: Hallo, ich freu mich dass ihr das und das erste Mal in meinem Leben Podcast.
00:00:36: Ihr seid im Atelier Jack in Leonberg.
00:00:41: Wir sind ein Künstler-Kollektiv aus Stuttgart oder aus der Kulturregion Stuttgard.
00:00:49: wir arbeiten schon seit vielen Jahren zusammen.
00:00:51: Wir...das ist ein Koreaner Changyong Jung und Ich Und um uns drum herum ist ziemlich schmutzig, weil wir hier sehr viel arbeiten.
00:01:00: Ja!
00:01:00: Wir haben hier hinter uns zum Beispiel nämlich so ein Schreibtisch wo so
00:01:05: eine Heizung vergisst die Heizungen.
00:01:07: Darauf
00:01:07: auf keinen Fall diese wunderschöne
00:01:09: Elektroheizung, sechziger Jahre
00:01:11: braune Elektro-Heizung vergessen.
00:01:14: Die ist dabei als wenn sie die Finger einkriegen und dann kann man immer wieder auftauchen.
00:01:18: Wenn man was...wenn man kleine filigrane Dinge ergut hat.
00:01:22: Zum Beispiel, was ich aber am spannendsten finde ist eigentlich diese Beleuchtung.
00:01:28: Eine Brücke aus Holz an die eine LED-Lichterkette dran geklebt ist und das Ganze sieht, finde ich auch so wie eine kleine Bühne auch.
00:01:36: Ja genau!
00:01:37: Wir entwickeln alles über das Zeichnen also wir verwenden immer das gleiche Format.
00:01:44: Das sind sieben Komma sechs mal zwei Komma Sechs Zentimeter.
00:01:48: Das sind ziemlich klein, genau das ist das Format dieser Glasblättchen die man fürs Mikroskopieren verwendet.
00:01:58: Ansonsten wird hier viel Stein bearbeitet oder
00:02:00: Stein weniger aber wir haben einen schneiden Tisch wo wir diese ganzen Aluminium... also wir arbeiten noch sehr viel mit Aluminumpapier wo wir Aluminiam Papier an Streifen schneiden und dann haben wir hier ein einigermaßen großen Tisch den wir Dann frei haben, also momentan ist er voll weil wir die Ausstellung abgebaut haben mit Büchern und mit eingenackten Kunstwerken.
00:02:24: Aber wo wir dann wirklich zu zweit, zu dritt in einer unglaublichen Fuzzlarbeit die Dinge aufbauen.
00:02:33: Also diese ganzen, ich sage immer dieses zähnischen Planungen Die Häuserschluchten, die Innenräume von irgendwelchen Apartments oder eine Küche oder ein Sofa quasi von drei D auf zwei D und wieder zurück.
00:02:51: Ja, also wir zwei sind originär Bildhauer.
00:02:54: Wir haben in der Stuttgarter Kunstakademie Bildhauerei studiert.
00:02:58: Da haben wir uns auch kennengelernt irgendwann.
00:03:02: Zwei tausend fünf, zweitausend sechs Rom Und arbeiten seitdem auch zusammen und entwickeln unser Projekt.
00:03:11: Also Der Jack ist im Prinzip eine eine Filmfigur die wir exakt in diesem Zwischenraum entwickeln.
00:03:21: Und das jetzt vielleicht, muss ich es ein bisschen vorab erklären oder beschreiben?
00:03:29: So ja, in Chongyang ist er ein Koreaner also geboren in Korea und ich bin Schwabe!
00:03:39: Die Arbeit, die wir entwickeln, entsteht irgendwo in so einem Zwischenraum zwischen uns beiden.
00:03:45: Unsere Arbeit entwickelt sich aus dieser kulturellen Unterschiedlichkeit, aus so einem Zwiegespräch zwischen zwei total unterschiedlichen Personen.
00:03:55: Wir sind ja keine Freunde und wir haben auch vielleicht heute schon aber damals nicht.
00:04:06: Wir haben eine ganz unterschiedliche Erziehung genossen.
00:04:09: Wir haben einen ganz unterschiedlichen kulturellen Background, eine ganz andere Bildung, eine ganze andere Kindheit und aus dieser Unterschiedlichkeit versuchen wir in der Diskussion unser Kunstwerk zu entwickeln, wie wenn zwei Personen Tonklumpen modellieren aus unterschiedlicher Perspektive und dann gibt es wie so ein Blitz.
00:04:33: Und manchmal kommt was raus.
00:04:36: Du hast gesagt am Anfang war dir noch keine Freunde?
00:04:42: Gibt's da öfter Blitze oder...
00:04:44: Ja ja!
00:04:44: Es gab Blitzen in allem.
00:04:48: Das ist schon wahr.
00:04:52: Wir haben ja einen gleichen Anlass.
00:04:53: Also wir wollen einfach ein Kunstwerk entwickeln, das irgendwo eine Berechtigung hat und wir mussten uns das schon sehr hart erkämpfen oder auch erarbeiten.
00:05:08: Je länger man zusammenarbeitet ist diese Reibung immer noch da.
00:05:13: aber es ist natürlich auch mit einer Selbstverständlichkeit mittlerweile gekoppelt.
00:05:18: also
00:05:18: ihr habt diesen Zwischenraum Jack erfunden.
00:05:22: Ist der Jack so eine eigene Künstlerperson?
00:05:27: Ja, also am Anfang war das die Idee, dass wir dem einen Namen geben, dass es wie in Avatar eine selbständige Künstlersönlichkeit ist und dann haben wir nach Wegen gesucht, wie wir das im Real auch umsetzen können.
00:05:49: Und dann haben wir das Projekt und um, das geht es ja bei uns auch.
00:05:54: Das ist so ein Long-Life-Projekt sag ich jetzt mal.
00:05:57: Soll zwei ohne
00:05:58: zehn oder?
00:05:59: Ja etwa zwei zwölf.
00:06:02: Das Projekt Soll Blindness entwickelt.
00:06:06: Solle Blindness ist ein Kinofilm sage ich jetzt Malen.
00:06:10: aber da wir keine Regisseure oder auch keine Filmemacher sind haben wir nach Wegen gesucht, wie wir einen neunzigminütigen Kinofilm überhaupt schaffen können.
00:06:24: Wie viele Minuten habt ihr bisher geschafft?
00:06:27: Wir zeigen jede drei-Minuten-Sequenz separat in einer institutionellen Einzelausstellung und jetzt momentan das letzte halbe Jahr.
00:06:42: Am Montag haben wir sie leider abgebaut, waren in Reutlingen im Kunstmuseum und da haben wir jetzt die dritte drei Minuten Sequenz präsentiert.
00:06:52: Neun
00:06:52: Minuten Film schon?
00:06:54: Wir haben neun Minuten fertigen Filme!
00:06:56: Und vielleicht so ganz kurz dass man es habe hier... Oh ja, das ist ein Jacke!
00:07:01: Ja, eben, ich stelle jetzt auch mal an.
00:07:03: Wenn wir drei Minuten zeigen dann heißt das nicht dass wir die drei Minuten im Kino zeigen, sondern wir zeigen das in Installationen meistens.
00:07:17: Also es sind bildhauerische Werke mit Naturstein oder mit Edelstahl oder Malereien also alle Arbeiten, die wir benötigen um die Geschichte des Films zu entwickeln, szenische Planungen malerische Vorarbeiten oder auch mal Bühnenbilder.
00:07:38: Alle Arbeiten werden immer gleichberechtigt zu der Filmsequenz gezeigt und ergeben dann in dieser Gesamtheit auch so eine Timeline, in der man sich in einer Ausstellung bewegen kann.
00:07:52: Also es gibt praktisch gar keinen Film den ich jetzt angucken kann oder ... Sechzig Jahren angucken kann den neunzigminütigen Film.
00:08:02: Am Anfang war die Idee, dass wir am Ende vielleicht die kompletten Neunzig Minuten am Stück zeigen.
00:08:08: aber auch da hat sich das Ganze für selbstständig insofern, dass jeder drei Minuten Film oder jede drei Minuten Sequenz für sich schon eine abgeschlossene eigene Arbeit ist.
00:08:20: Es gibt so eine Geschichte, die durchläuft und in dieser Geschichte erzählen wir Und das ist auch so, dass das Hauptelement unseres Konzept.
00:08:29: Wir bearbeiten quasi diese Gehirnstörung der visuellen Agnesie.
00:08:38: Da geht es im Prinzip darum wenn Menschen verlernen Dinge eine Bedeutung zuzuordnen sag ich mal.
00:08:47: Was bedeutet es?
00:08:49: zu sehen und zu erkennen, so dieses Spielen.
00:08:53: Okay
00:08:53: also wenn ich eine Katze sehe weiß ich nicht dass es eine Kasse
00:08:57: ist ganz genau.
00:08:58: oder es gibt im Küchenbuffet das Weingläser- und Wasserkläser und Sektgläser habe.
00:09:05: Ich kann den einzelnen Formen keine Bedeutung zuordnen.
00:09:11: Und da gibt es dann Techniken wie man damit umgeht und die Geschichte des Films bearbeitet im Prinzip Diese Situation, wie der Jack an einer visuellen Agnesie erkrankt und wir nach Techniken sucht den Alltag zu Meistern oder damit umzugehen.
00:09:28: Um am Ende dann festzustellen vielleicht habe ich ja gar keine visuelle Agnesi, vielleicht ist die visuelle Agnosia auch so ein bisschen um mich drum herum dieses Spiel.
00:09:39: Und total spannend für uns war, dass wir das ja schon seit vielen Jahren bearbeiten.
00:09:45: Wenn man jetzt in die letzten Jahre reingeht und aktuell momentan stellt man fest, dass künstliche Intelligenz oder auch vorgelagert Automatisierungsprozesse von Maschinen sich genau mit diesen Dingen auseinandersetzen.
00:10:04: Ja,
00:10:04: das habe ich mir auch schon gedacht als ich das gelesen hatte weil... Ich mache ja wenn ich eine KI im Internet trainiere mit so einem Capture wählen sie aus wo sehen Sie hier auf diesen neuen Bildern Autos?
00:10:17: Helfig der KI dabei das zu machen was ja vorrangig entwickelt wurde in den letzten Jahren dass die KI ein Bild sieht und weiß was es ist Genau, und das versucht Jack.
00:10:28: Und
00:10:28: daraus auch lernt letztendlich über die eigene Dinge generiert?
00:10:32: Ja genau!
00:10:34: Die erste Erfahrung war für uns natürlich weil es in Leonberg... Das was ich im süddeutschen Raum unheimlich genieße gibt es ja oder auch in Gellingen die Firma Bosch einfach eine wahnsinnig tolle und innovative Firma Und die haben ja diesen Innovationscampus hier gebaut in Leonberg, wo es exakt darum ging wie bring ich zum Beispiel einen Auto bei automatisiert zu fahren.
00:11:02: Ja das muss ja auch visuell Dinge erkennen
00:11:04: können.
00:11:04: Ganz genau.
00:11:05: und was passiert wenn jetzt ein Autofahrt auf der Straße muss über einen Bahnübergang drüber?
00:11:12: aber just in diesem Augenblick geht die Schranke zu.
00:11:16: Ich weiß nicht, es läuft eine Frau mit einem Kinderwagen noch ein Flugzeug pflegt um drüber lässt einen Schatten fallen.
00:11:22: Also es kommen so vier fünf wirklich unplanbare und undefinierbare Zustände.
00:11:27: und was passiert dann?
00:11:31: Auch eine Maschine wird Fehler machen.
00:11:35: natürlich wenn man sie jetzt mathematisch sieht viel viel weniger Fehler wie vielleicht der Mensch.
00:11:41: Aber es erstellen sich da draußen natürlich Fragen, wer ist dann dafür verantwortlich oder woher kommt das?
00:11:47: Oder um was es uns geht.
00:11:50: Was für Techniken gibt es, um die Fehler zu minimieren?
00:11:53: Also praktisch den Dingen, die die KI oder Jack sieht, die bedeutend so zu messen, die angemessen sind.
00:12:01: Wenn man jetzt rein konzeptuell denkt ganz genau... Und das ist für mich immer so ein bisschen die erste Ebene.
00:12:08: Dieses
00:12:08: einfach, ich schaue etwas an ohne was darüber zu
00:12:10: wissen?
00:12:11: Ja und das ist auch das, was wir in unseren Arbeiten versuchen.
00:12:14: Wir sind heute im Jahr zwanzig sechsundzwanzig und wenn man klassische Bildhauerei lernt an der Universität dann lernt man ja auch das Kunstgeschichtliche dahin weil man braucht das Fundament.
00:12:26: aber die Techniken haben sicher komplett verändert.
00:12:31: Ja, das finde ich alles bei
00:12:32: drei D-Drucker lasern lassen oder?
00:12:34: Ganz genau und es gibt so viele verschiedene Punkte und so viele Verschiedene Aspekte in so einem bildhauerischen Prozess.
00:12:44: was von Werkzeug benutze ich?
00:12:46: wie gehe ich daran?
00:12:47: also bei uns ist es zum Beispiel so dass wir unsere Skulpturen digital entwickeln und am Ende analog bauen und letztendlich vielleicht sogar wieder so ein digitales Medium draußen entsteht.
00:13:04: Also wir spielen die ganze Zeit zwischen digitalen und analogen Prozessen, zum Beispiel wenn wir eine Szene planen, also drehen ist ja immer sehr teuer.
00:13:16: dann kennen wir z.B.
00:13:18: ne Straßenschlucht einzelne Gebäude, einzelne Elemente zum Beispiel einen Werbeschild von einer Kneipe.
00:13:26: Und dann brechen wir den runter auf die wichtigsten Linien und dann bauen wir es wieder mit Aluminiumpapier zurück in einem superaufwendigen Prozess, in so einen dreidimensionalen Raum rein.
00:13:39: Dann hat man wenn man von vorne oder frontal drauf schaut eine ganz präzise Zeichnung weil man nur die geschnittenen Linien sieht aber sobald mal ein bisschen zeitlich geht rechts-links dann verschwimmt das.
00:13:52: also man sieht keine Zeichnung mehr.
00:13:54: Man sieht nur noch so ein Mix zwischen geschnittener Kante, also der Linie aber auch dieser Tiefe von dem Papier
00:14:02: wo dann wieder neue Bedeutungen reinwohlen.
00:14:04: Wo eine Prinzip frei in der Prätationen wird da kommen oder eigenständige Bilder entstehen.
00:14:10: und was mich total fasziniert hat war dass im Prinzip hier als Beispiel das Konzept der visuellen Agnussie und die Technik sagen wir, ein Monat Arbeit an einer mittelgroßen Arbeit ineinanderfallen.
00:14:28: Oder auch wenn wir Skulpturen bauen – Wir haben eine Atelierstruktur die nach außen geöffnet ist.
00:14:38: Das ist auch ein ganz wesentlicher Punkt warum wir so gerne oder wo wir gewaltige Vorteile hier in unserem schönen Stuttgart sehen weil es hier einfach wahnsinnig innovative und tolle Firmen gibt, kleine Firmen, tolle Handwerker.
00:14:55: Und wenn wir was nicht können – also zum Beispiel bei mir das darf man jetzt nicht weiter erzählen vielleicht aber ich bin jetzt net der große Porzellantechniker.
00:15:04: Das ist eher Zhang Yong!
00:15:06: Aber dann gibt es hier einfach Freunde oder Menschen die man kennengelernt hat ein Netzwerk dass man sich aufgebaut hat wo man Dann miteinander arbeiten kann, wo man dann sagen kann ich hole mir das nur Haufen.
00:15:19: Ich haue es rüber
00:15:20: zum Fleiderer und sage dem mach mal das oder ...
00:15:23: Ganz genau!
00:15:24: Und dann arbeitet man zusammen?
00:15:26: Oder wir haben einen Frauenhofer-Institut gearbeitet, wo es um die visuelle Agnesie ging dass man mit Wissenschaftlern gesprochen hat oder auch mit Leuten vom Bosch wenn's um die Automatisierung ging also nie über das Produkt von einer Firma, sondern einfach um einen künstlerischen Prozess im Gang zu bringen.
00:15:47: Also ihr holt euch praktisch das schwäbische Know-how der mittelständischen regionalen Firmen aber ihr seid ja auch eigentlich mit halben Fuß in Südkorea?
00:16:03: Genau!
00:16:04: Das ist immer die Frage warum sind wir so gerne hier?
00:16:08: oder Ja, das macht's auch.
00:16:11: Das macht wir im Ausland oder wie?
00:16:16: Bist du oder würdest du sagen ihr habt auch auch koreanische Einflüsse in der Arbeit die ihr habt oder macht dir so viel neu dass man das gar nicht mehr sagen kann.
00:16:29: Oder vielleicht ist irgendwo dazwischen denke ich ja Wir haben ja auch ein Stuttgart eine tolle Galerie mit Michael Sturm und es zu unsere Heimat einfach.
00:16:40: aber Deswegen sind wir trotzdem, also jetzt haben wir im September.
00:16:45: Wir bereiten gerade eine Einzelausstellung von New York und ich finde genau das auch ein spannenden Punkt dass all die Erfahrungen, die man sammelt wenn man sich eben auch mal raus bewegt aus der Komfortzone alle Einflüsse, die da neu dazukommen, die nimmt man ja wieder zurück ins Atelier.
00:17:07: Also wie jetzt in Reutlingen ist es toll weil So ganz simpel.
00:17:13: Man hat ein Auto hier, wenn man was vergessen hat kann man einfach mal kurz ins Atelier wieder zurückfahren und einen Schraubenzieher holen und wieder zurückgehen aber mit der Erfahrung dann auch woanders auch herzustellen und dort neue Einflüsse zuzulassen.
00:17:28: und bei mir ist natürlich extrem mit dem koreanischen oder auch diese ganzen was in den USA an Einflüssen auf einem Einprassel das ist natürlich hochgradig spannend.
00:17:40: Jetzt geht es vielleicht so in eure Komfortzone ein bisschen rein.
00:17:44: Wir reden ja auch immer über so unbestimmtes Arbeiten, also um was geht's denn letztendlich?
00:17:50: Es geht ja mittlerweile nicht mehr, dass man sagen kann das Konzept ist so wie man es geschrieben hat oder der Film ist genau so wie das Drehbuch vor zwölf Jahren geschrieben wurde.
00:18:02: wir haben ja diese Indescribable-Besehens, die sind so malereien, die wir jeden Tag anfertigen und die uns helfen, auch das Drehbuch immer wieder leicht zu verändern.
00:18:14: Und für mich sind es so eine Reaktion auf diese Unbestimmtheiten, die uns umgeben.
00:18:20: Also alles was eigentlich so reinkommt täglich?
00:18:22: Täglich
00:18:23: genau!
00:18:23: Ihr
00:18:23: habt ja verschiedene Dinge dann wahrscheinlich in Korea und auch hier ausgestellt und hattet jeweils andere Reaktionen.
00:18:30: Fällt ja ein besonderer Moment ein von wo du dachtest boah das ist jetzt... Das konnte auch nur in Korea passieren.
00:18:36: oder Das gibt es nur im Schwabenländler, beim Publikum.
00:18:41: Oder bei den Reaktionen der Leute?
00:18:46: Da brauche ich jetzt eine kleine künstlerische Pause zu machen!
00:18:50: Nimm doch mal ein Schluck Kaffee!
00:18:54: Natürlich sind die Kontexte anders.
00:18:56: also das ist komplett richtig.
00:19:01: Aber du könntest nicht sagen was den Unterschied ausmacht zwischen dem koreanischen und dem schwäbischen Auge.
00:19:07: Das ist ja das Spannende, dass es auf der einen Seite natürlich total von der Person abhängig ist und natürlich auch von der Bühne.
00:19:17: Also es macht einfach eher für mich ein Unterschied ob ich's in einem... ...das finde ich ja aus super wichtig!
00:19:24: Ich find's gar nicht so schlimm wenn man auch mal Orte brachen generiert um Kunst auszustellen weil gute Arbeiten halten das aus.
00:19:37: der weiße schöne Raumsein oder das bekannte Museum, wenn es passiert ist natürlich super schön.
00:19:44: Aber ich finde es total wichtig dass man arbeitet, dass man so eine tägliche Auseinandersetzung führt mit der Arbeit und dass man sich auch die Präsentationsformen generiert.
00:19:56: Und das war vielleicht jetzt ganz direkt darauf geantwortet Die beste Erfahrung in Korea weil wir da Null Komma Null Netzwerk hatten, weil wir Null Komma Null Möglichkeiten hatten und wir dann im Prinzip ja mit Moskitos geschlafen haben.
00:20:19: Und Orte bespielt haben die, die man normalerweise nicht besuchen würde schmutzig irgendwo am Rand der Stadt.
00:20:29: aber wir hatten immer Leute, die uns geholfen haben Publikum oder die Besucher dahin zu bringen.
00:20:36: Und das hat uns stark geholfen, weil die Reaktionen da dann natürlich schon träumen und dass er viel draus lernt.
00:20:42: Wie kann ich mir das vorstellen wenn ich jetzt in zum Beispiel neulich in Reutlingen?
00:20:48: Wenn ich in die Installation im Raum reinlaufe was sehe ich?
00:20:54: Reutlingen des Spendhauses muss man sich so vorstellen.
00:20:58: wir haben zwei Ebenen bespielt.
00:21:02: Die Erdgeschossebene war nicht begehbar, also man musste über die Obergeschossebene ins Erdgeschoß reinlaufen.
00:21:10: Und im Erdgerschoß war eine große Installation, zwar ein relativ großer Apparat der sich sehr langsam kreisförmig bewegt hat.
00:21:22: und in diesen Apparat wurde wurden die gesprochenen Texte der Schauspieler oder der Protagonisten in dieser Szene als Schrift reingeleuchtet, reingebiemt und dadurch ist es im ganzen Raum sind so schernschnittartige Bilder sich überlagende Bilder entstanden.
00:21:44: Und dann gab's noch ein zweites Element einen Drehkörper eine Skulptur.
00:21:49: Das ist die, die wir hier im Atelier gerade auch sehen.
00:21:52: Das ist nämlich das Wort Agnosia und nochmal Agnosiagespiegelt also quasi so ein Konzettelement.
00:22:00: Jetzt sage ich es einfach mal ganz platt im Podcast darf man das wie eine Disco-Kugel an der Wand hängen, die sich auch gedreht hat und dasselbe Video in diese Skulptur.
00:22:13: Also wir haben den Video genau gemet auf die Form Und dann haben sich die Schriften ganz präzise auf dem Boden und im Raum verteilt.
00:22:23: Man konnte versuchen, so schräg in die Arbeit reinzuschauen und unheimlich schöne Schernschnitte suchen oder versuchen zu erkennen.
00:22:33: Oder man konnte einfach die Schattenwürfe an der Wand versuchen zu lesen, die dann fast wie ein Daumenkino.
00:22:41: Wenn man Zeichnungen macht und dann mit dem Daumen so hundert Blätter durchradern lässt, dann entsteht ja auch eine Bewegung.
00:22:46: Also vielleicht ein bisschen so ein Spiel in diese Richtung.
00:22:49: Und im Obergeschoss oder am ersten Geschoss hatten wir total viele Arbeiten die wir angefertigt haben im Zuge des Schreibens oder des Weiterentwickels.
00:23:02: Weiterentwickeln des Drehbuches für diese drei Minuten hatten wir in Kombination zueinander arrangiert.
00:23:09: Also Arbeiten aus Edelstahl, aus Porzellanen, aus Aluminiumpapier... also wir haben quasi dieses Making of dieser Kopf, dieses ganze Kopfarbeiten im Atelier wenn wir hier sitzen und sich vielleicht die Frage stellt was macht ihr denn den ganzen Tag?
00:23:31: Das haben wir ganz konkret im Obergeschoss.
00:23:34: Wo die Leute reingekommen sind,
00:23:36: d.h.,
00:23:36: sie haben zuerst eure Arbeit dahinter gesehen und dann haben Sie den Film gesehen?
00:23:42: Genau!
00:23:43: Also das Gedankliche was da rauskommt sieht man in Erdgeschoss, das Enderkenntnis sieht man im Erd geschoss.
00:23:50: Das klingt ja schon
00:23:51: so.
00:23:51: Es ist das ganze Kopftechnische, was machten der Changyong und der Andreas?
00:23:56: Was diskutieren die den ganzen Tag?
00:23:59: Und reden die nur oder arbeiten wir auch irgendwas Konkretes?
00:24:02: Das war ein O-Bord-Geschoss.
00:24:05: Hat man überhaupt eine Chance, die Filmszene zu verstehen?
00:24:12: Also hat es jemand geschafft?
00:24:16: Ja also das ist super interessant!
00:24:21: Darf ich jetzt mal weg vom Film auf eine konkrete Arbeit?
00:24:25: Wenn ich jetzt einmal eine Porzellanarbeit beschreiben darf, die ich total mag.
00:24:34: Wir haben einzelne Buchstaben gedreht also A und C Und das war ein Satz with a dark expression on her face.
00:24:47: Das waren also quasi eine Porzellanarbeit bestehend aus diesem Satz.
00:24:52: Jeder Buchstabe, jeder Punkt, eine Skulptur und das haben wir präsentiert als eine installative Arbeit oder an der Wand.
00:25:04: Und dann gab es eine Dame die sagt, wird da Dark Expression on her face?
00:25:08: Wir standen alle da!
00:25:10: Wie geht
00:25:12: das?!
00:25:17: Verstehen, also what you get is what you see.
00:25:20: Hier ist auch der Titel der Ausstellung.
00:25:22: das so eine Umkehrung von Tina Turner's Lied.
00:25:27: und was bedeutet es wenn der Betrachter in den Ausstellungsraum geht?
00:25:33: wie verbindet er seine eigene Meinung sein eigenes Gespür für Form oder vielleicht auch Denken und Lernen, der Vergangenheit mit dem was er da sieht.
00:25:46: Und das ist eigentlich der spontane Punkt und der spannende Punkt, in der für mich irgendwie immer wieder toll ist.
00:25:54: Das ist auch das spannende für mich wenn ich in einer Gruppe arbeiten darf mit Chang Yong Da entstehen ja auch, bleibt mal wieder bei diesen Unbestimmtheiten in diesem Zwischenraum dass ich selber unheimlich viel dabei lerne.
00:26:10: Ich erinnere mich nur ganz genau, wo wir noch klein waren.
00:26:16: Wir hatten unsere erste Ausstellungsmöglichkeit in der tollen großen Stadt New York.
00:26:24: Stuttgart!
00:26:26: Noch besser!
00:26:30: Und wir durften eine Arbeit hängen an der Wand.
00:26:33: Das ist weg zu klein?
00:26:34: Ja und ich habe mich mal... Das waren lauter kleine Objekte an der Hände, total cool.
00:26:41: Und ich habe mich um vielleicht ein Millimeter vermessen.
00:26:44: also es konnte niemand sehen.
00:26:46: Changyong ist ausgeflirt!
00:26:49: Der hat mich gedisst.
00:26:50: das kann man nicht vorstellen.
00:26:51: und dann sind wir vom Central Park bis runter gelaufen und haben erst aufkürzt zu streiten als für die Freiheitsstatue gesehen haben.
00:27:01: Und dann war aber alles gut irgendwie und diese Prozesse, das ist das was ich mein mit Reibung.
00:27:08: Man kann es gar nicht planen oder man kann's mich verstehen.
00:27:12: Aber das passiert wenn man einfach denkt Das ist hundert Prozent meine Arbeit einfach und Ich will hundert prozent meine Meinung aber dagegen überall genau das gleiche.
00:27:24: und ich würde meiner Mutter auch immer raten Geh in die Ausstellungen, Mami.
00:27:31: Schaut mir das an!
00:27:32: Sie macht's natürlich.
00:27:35: Ich finde es auch spannend mit den Familienmitgliedern, die sich konstruieren ziehen... Vielleicht nicht dafür da ist dass man weiß was der rote Faden oder ... Es gibt nicht Romeo und Julia, die sie verlieben und am Ende sterben sondern es geht vielleicht darum was es in einem auslöst und das habe ich sehr mit meiner großen Schwester gehabt ablehnt in meine Stücke zu gehen.
00:27:59: Vielleicht macht sich's wieder, vielleicht macht es wieder wenn sie das jetzt hört.
00:28:02: Aber wo ich auch gemerkt habe boah also Sie kann gar nicht denn und möchte das auch nicht und möchte lieber die Kunst haben, die einem vielleicht auch sagt was sie von einem will oder wo es einfacher ist zu verstehen oder wo überhaupt die Möglichkeit des Verstehens da ist.
00:28:25: Ich weiß genau, was du meinst.
00:28:28: Vielleicht sind das die schärfsten Kritiker.
00:28:31: Also meine Mutter ist auf jeden Fall meine schärfte Kritikerin und das Schlimme ist, sie hat meistens Recht.
00:28:38: Das darf man nicht so laut machen.
00:28:39: Nein
00:28:40: absolut, eine Schwette hat auch recht!
00:28:42: Man macht sich es manchmal halt dann noch einfach.
00:28:44: Ja und ich genieße es natürlich auch dass man auch überlegen muss... Was sind denn auch die Probleme der jungen Generation heute?
00:28:57: Also, ihr seid ja noch ein bisschen jünger.
00:29:00: Ich darf mich vielleicht so ein bisschen in der mittleren Geschichte ansiedeln.
00:29:05: Vielen Dank!
00:29:08: Aber das ist natürlich spannend wenn man die Dinge kombiniert und zum Beispiel mit Studenten zu sprechen und sich die Probleme anzuhören.
00:29:19: Kunst ist ein wunderbares Medium.
00:29:22: Hilft sehr zum einen ein Serber, aber es ist auch total wichtig den jungen Menschen auch Wege aufzuzeigen wie sie weiter denken können und arbeiten können.
00:29:37: Und dieses gegeneinander miteinander.
00:29:41: Das heißt so beides!
00:29:43: Richtig und wahr, aber auf jeden Fall dieser respektvolle Umgang.
00:29:47: Das ist das was ich in Korea zum Beispiel wahnsinnig gelernt habe.
00:29:51: Dieser respektfrelle Umgang zwischen den Generationen Den halte ich für wahnsinnigt wichtig.
00:30:00: Klar gesellschaftlich Aber auch in der Auseinandersetzung von der Arbeit
00:30:04: Und dass es in Korea so anders wird mit dem Generationen wie sie miteinander umgehen?
00:30:09: Also auf jeden fall sind die Unterschiede extrem.
00:30:13: Als wir da angefangen haben, auszustellen war Changyong's Meinung immer eher so Deutschland ist viel weiter.
00:30:25: Aber für mich war es immer super spannend zu sehen was von Potenzial da vorhanden ist und dass sich momentan richtig entwickelt.
00:30:37: Und wenn man jetzt fünfzehn Jahre später drauf schaut, über Soul braucht man nicht nachdenken.
00:30:44: Die ganzen Netflix-Series, Squid Game oder Keypop, BTS, Blackpink unsere Kids saugen das quasi auf.
00:30:53: Also Soul ist gerade richtig in Asien so ein ganz spannendes Moment und es wird sich auch wieder weiter verändern.
00:31:04: Natürlich sind da diese Generationen Unterschiede stark vorhanden und haben sich da auch sehr stark entwickelt.
00:31:13: Ja, klar bei so einer schnellen Entwicklung.
00:31:16: Aber du fandest der Umgang zwischen den Generationen war ein anderer als in Deutschland?
00:31:22: In Asien ist das Respekt der jungen Generation vor den Eltern sehr ausgeprägt.
00:31:31: Wie immer Vorteil, Nachteil.
00:31:33: Aber dieses Voneinanderlernen fand ich da extrem stark vorhanden und extrem positiv.
00:31:42: Danke dass du uns eingeladen hast oder das du uns hier reingelassen hast.
00:31:47: Und süße Stücke und Kaffee.
00:31:49: Uns credenst auch noch!
00:31:50: Ich wollte mich bedanken bei euch.
00:31:52: Das war super spannend zu reden also mein erster Podcast.
00:31:57: Ich hoffe es schwebisch kommt durch Aber trotzdem verständlich auf jeden Fall.
00:32:03: Mir ist gar nicht so wichtig immer zu erklären, was meint er jetzt und was will er sagen?
00:32:08: Ich finde es total schön wenn unsere dreidimensionale oder zweidimitionale ganz anständig gearbeitetes Kultur einen Erfahrungsraum für den Besucher aufmacht indem er eigene Ideen, eigene Verknüpfungen finden kann, das ihr riffs vielleicht ganz schön.
Neuer Kommentar