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Schwarzwald ohne Heimatkitsch? mit Autorin Hannah Häffner durch die Waiblinger Talaue

Shownotes

Hannah Häffner schreibt präzise und poetisch über Herkunft, Enge und Freiheit – und erzählt mit Die Riesinnen einen eigenwilligen Generationenroman, der Heimat nicht verklärt, sondern offenlegt. Wir streifen mit der Autorin durch die Waiblinger Talaue. Ihr neuer Roman Die Riesinnen, hat es direkt auf die Bestsellerlisten geschafft – und hält sich dort weiterhin. Ihr Roman führt in den Schwarzwald, allerdings fern jeder Idylle: als spröden, widerständigen Raum, in dem drei Frauen sehr unterschiedliche Entscheidungen treffen – bleiben, gehen oder sich dazwischen bewegen.

Wir sprechen über die Wucht von Heimat, über Freiheit als Möglichkeit und Zumutung – und darüber, wie man sich in Leben hineindenkt, die man selbst nie geführt hat. Es geht um die besten Momente beim Schreiben, um das Gefühl, „Gott zu spielen“, wenn neue Welten entstehen, um Figuren, die ein Eigenleben entwickeln – und um das Loslassen, Anfangen und Dranbleiben.

🎧 Eine Folge über Herkunft, Vorstellungskraft und die Frage: Wo gehört man eigentlich hin – im Leben und im Kulturbetrieb?

Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen zu Kunst und Quer, dem Podcast der Kulturregion Stuttgart.

00:00:04: Wir sind heute hier in Weiblingen und sprechen mit der Autorin Hannah Hefner.

00:00:08: Die hat einen Roman geschrieben die Riesinnen ist seit sechs Wochen draußen und stürmt die Bestzeller-Listen.

00:00:14: Es geht um ein Schwarzwalddorf und drei Frauen, drei Generationen.

00:00:18: es geht um Heimat, Verbundenheit aber auch Freiheit den Drang wegzugehen da zu bleiben und was man daraus macht.

00:00:26: Hallo Hannah!

00:00:27: Wo sind wir denn eigentlich gerade?

00:00:29: Wir sind in der Talau im Weiblingen.

00:00:32: Es ist auf jeden Fall sehr schön hier zum Spazieren und für die Kinder, um auf den Spielplätzen zu toben und am Fluss entlang zu laufen.

00:00:40: Das ist schon immer sehr schön!

00:00:43: Genau du hast ein Buch geschrieben.

00:00:47: Kannst du das zusammenfassen?

00:00:49: In zwei Sätzen oder drei?

00:00:53: Sehr

00:00:53: herausfordernd weil wenn man gefragt wird worum es geht... man damit die Handlung oder meint man da mit?

00:01:02: Die zentralen Themen.

00:01:05: Fangen wir mal, ja vielleicht Einsatz zur Handlung, Einsatz zu den zentralen Themen.

00:01:10: Also es geht um drei Frauen, drei Generationen von Frauen.

00:01:17: in einem kleinen, viel tiefem Dorf im Schwarzwald leben.

00:01:21: einmal die Älteste das ist Lise dann kommt ihre Tochter Cora und deren Tochter Eva.

00:01:28: Genau und im Grunde geht es darum, dass diese drei Frauen dort wo sie leben nicht so richtig reinpassen.

00:01:35: Sie sind groß, sie sind otterig und fallen allein dadurch schon auf aber auch von ihrer Art her, vom Charakter von ihren Träumen und Wünschen her passen sie da in diese Enge nicht so wirklich rein und müssen jede auf ihre Art und Weise rausfinden wie sie damit umgehen, dass sie da nicht reinpassen und wie Sie mit diesem Freiheitsfragen, den Sie in sich haben, umgehen.

00:01:58: Diese drei Frauen sind Riesinnen!

00:02:04: Aber es ist jetzt nicht riesig groß?

00:02:07: Die sind nicht riesigsgroß und dieser Titel Riesinen hat ja auch mehrere Bedeutungsebenen.

00:02:12: natürlich Riesinnen weil sie sehr groß sind.

00:02:15: ich habe mir nie genau überlegt wie groß aber größer als die Durchschnittsfrau so das man die meisten Menschen eben überragt oder eben größer als andere Frauen.

00:02:25: Und sie heißen ja auch mit Nachnamen Riesberger, das ist also auch so ein bisschen... Wenn Sie werden herablassend im Dorf die Risinen gelernt, so bisschen abwertend auch.

00:02:39: und natürlich geht es auch in den übertragenen Sinne darum dass sie über sich hinauswachsen und das sie was bewegen.

00:02:47: Dass

00:02:47: die anderen auch im positiven Sinne überragen, sozusagen?

00:02:50: Genau!

00:02:51: Und dass sie auch Erwartungen und vielleicht Konventionen auch so sprengen und das macht sie eben auch zu resinnen.

00:02:59: Sie deuten es quasi für sich um, dass etwas eigentlich negativ ihnen nachgesagt wird oder was hier so ein bisschen ja wo sie verspottet werden.

00:03:06: Allein aber jetzt

00:03:07: zu äußern...

00:03:09: Also ist kein Fernsehbuch.

00:03:10: Nein Gut.

00:03:12: Das hab ich auch

00:03:13: manchmal.

00:03:13: Ich dachte, das wär wirklich so nah nicht.

00:03:16: Sind die allein deswegen auch schon beriesenden?

00:03:20: Weil es so nicht immer läuft oder im echten Leben läuft?

00:03:25: Also ich würde schon sagen dass ich ihnen einiges zugemutet habe und ich würde nicht sagen, dass immer alles super positiv läuft.

00:03:34: Ich glaube ist einfach was sehr menschliches, dass man halt an seinem Leben auch wächst Weil man kann sich jetzt ja nicht hinsetzen und sagen, ich mach nicht mehr mit.

00:03:43: Also die allermeisten Menschen müssen halt mit dem umgehen was ihnen das Schicksal so zuteilt.

00:03:49: Und das tun sie!

00:03:50: Das sind nicht immer die allergrößten Schicksalsschläge oder die krassesten Sachen.

00:03:56: Manche Leute sagen auch der passiert gar nicht so viel... Es ist halt das Leben, was passiert.

00:04:02: Ja.

00:04:02: Und daran, damit müssten die drei klar kommen.

00:04:05: Ja, wie wir alle.

00:04:06: Wie

00:04:06: wir alle!

00:04:07: Genau deswegen ist es glaube ich was zutiefst menschliches.

00:04:09: Es ist etwas sehr normales und alltägliches.

00:04:13: Aber darin liegt finde ich eben auch ganz viel größer dass man nicht immer so die aller krassesten Sachen erzählen muss mit den mega plot twists sondern das ist ein Leben das wir in der Form vielleicht nicht exakt so kennen aber so ähnlich.

00:04:26: Wir alle hatten schon mal irgendwie schicksalsschläge wir waren schon Mal traurig einsam haben uns was getraut was nicht Getraut Und ich glaube, das macht viel aus, dass Menschen da ja einen Bezug zu finden können.

00:04:36: Ja.

00:04:37: Dafür also zum Bezugzufinden ist dieses Buch super geeignet finde ich.

00:04:43: Auch für Männer?

00:04:44: Ja auch für Männer.

00:04:46: Große Empfehlung!

00:04:46: Also wenn man sich noch gar nicht oder nur ansatzweise mit dem Innenleben von Frauen auseinander gesetzt hat kann man auf jeden Fall auch dieses Buch lesen und sehr viel mitnehmen so.

00:04:57: Freut mich!

00:04:59: Große empfehlung – auch abwetter.

00:05:04: Wir haben die ja Wald kurz schon angeschnitten.

00:05:08: Wieso der Schwarzwald?

00:05:13: Ich werde das öfter gefragt und ich kann es nie so richtig gut beantworten, also ich finde es passt sehr gut zu den Riesinen weil der Schwarzwald auch sowas... Also da ist jetzt keine total liebliche zarte Landschaft, er ist knorrig und stark hat diese bisschen hintergründige Schönheit, die man auf dem zweiten Blick erst sieht Diese Tiefe, und ich finde das passt sehr gut zu den Rieselern.

00:05:38: Aber ich habe mir das gar nicht so gezielt überlegt weil ich einfach die Idee für diese Geschichte hatte... ...und das spielte halt im Schwarzwald!

00:05:46: Also es kam mehr mit der Idee einfach und ich habe jetzt nicht überlegt okay ist es der Harz?

00:05:52: Ist es der Odenwald?

00:05:53: Ist er der Schwarzwalt?

00:05:55: Sondern ich hatte den Gedanken das waren von Anfang an diese drei Frauen und vom Anfang an der Schwar zwalt.

00:06:02: Ich kann nicht gut sagen, dass es gut passt.

00:06:05: Aber ich hab's mir so jetzt nicht gezielt ausgedacht.

00:06:08: Ja.

00:06:11: Du bist nicht persönlich mit dem Schwarzwald verbunden?

00:06:14: Also, ich bin schon Baden-Württembergerin und ich glaube für jemanden der Hamburg wohnt oder in Bremen ist das vermutlich eh alles ein und dasselbe.

00:06:24: aber ich bin nicht mit Schwarzwalt aufgewachsen und ich will auch nicht irgendwie falschen Haarzachen vorspiegeln und sagen, Aber ich war als Kind schon oft dort.

00:06:33: Also, ich habe schon Bilder dazu im Kopf.

00:06:35: Ich war auch jetzt zur Recherche natürlich dort.

00:06:38: und ja man kann glaube ich schon ganz gut auch über Dinge schreiben oder Regionen schreiben die jetzt nicht direkt dem eigenen Leben entstammt sind.

00:06:47: sonst glaube ich auch ein bisschen langweilig wenn man nur immer da bleiben würde was man selbst erlebt hat wo man selbst gelebt

00:06:53: hat.

00:06:53: Ja

00:06:54: aber das ist die Kulturlicht.

00:06:56: Das ist die Kulturlicht.

00:06:58: Die sieht auch wirklich schön aus!

00:07:01: Bank oder sowas, diese Einfriedung?

00:07:04: Ja das ist wie so eine Schwelle die rund umgeht.

00:07:08: Und da finden manche mal schöne Kulturveranstaltungen statt unter freiem Himmel.

00:07:13: Schön!

00:07:15: Auch richtig schön mit der Remms auch wenn sie gerade ein bisschen braun ist.

00:07:21: Ist sie nicht immer.

00:07:24: Es geht ja auf viel im Buch um die Heimat du hast es ja auch kurz schon beschrieben.

00:07:30: Die drei müssen sich damit auseinandersetzen.

00:07:34: Bleibe ich da, gehe ich.

00:07:36: Komm' ich wieder?

00:07:37: Wie komme ich

00:07:37: wieder?".

00:07:40: Ist das Thema Heimat für dich auch besonders aufgeladen oder...?

00:07:45: Also ich glaube... Ich mach mir vielleicht einfach nur mehr Gedanken darüber als andere weil letztendlich spielt es glaub ich für jeden eine große Rolle.

00:07:55: Weil's die entscheidenden Weichen halt im Leben stellt.

00:07:58: Vielleicht denkt man nicht immer so genau wie man nach aber letztlich Bleibe ich in meiner Heimat oder gehe ich.

00:08:04: Und wenn ja, wohin gehe ich?

00:08:06: Das spielt halt eine Riesenrolle und daran entscheidet sich viel.

00:08:10: Es gibt ja so dieses klassische Hin- und Hergerissensein zwischen.

00:08:15: das kenne ich, das mag ich vielleicht auch gerne da kennt man mich.

00:08:19: Das ist vertraut.

00:08:20: Bleibe Ich Da Oder Gehe ich bewusst raus aus dieser Komfortzone sucht mir was anderes, auch wenn mich das vielleicht herausfordert.

00:08:27: Auch wenn ich dann einsam bin.

00:08:29: Suche mir neue Verbindungen.

00:08:32: Ich glaube, das ist an ganz vielen Punkten im Leben bis anders.

00:08:35: Natürlich jetzt nach der Schule aber auch ansonsten dieses okay was.

00:08:40: wo will ich leben?

00:08:41: Wo kann ich es mir überhaupt leisten zu leben?

00:08:43: Wohin führt mich mein Job hin?

00:08:44: Wo führt mich die Liebe hin und so... An diesen Entscheidungen entlang.

00:08:48: ja Das prägt schon so das Leben.

00:08:50: glaubt

00:08:51: Ja Würdest du Weiblingen als Heimat bezeichnen.

00:08:56: Wenn ich gefragt werde, sage ich immer.

00:08:58: Und jetzt finde ich das Passtache am ehesten, dass Weidenwürttemberg meine Heimat ist.

00:09:02: Weil ich bin in Beidenwürdnberg geboren und hab an verschiedenen Orten gelebt.

00:09:08: War dann auch mal weiter weg und mal in anderen Ecken.

00:09:13: Aber ich bin schon hier so gepelkt worden.

00:09:15: Jetzt sind wir ja wieder gelandet.

00:09:18: Das ist schon ... Auch wenn man manchmal einen gewissen Sieg zweifelt... hat man schon dieses Gefühl, wenn man im Zug sitzt und man kommt dann wieder Richtung Heimat.

00:09:28: Das spürt man.

00:09:30: Ja, man hört es auch.

00:09:33: Und sieht das auch von nicht?

00:09:35: Weil man auf einmal gar nicht mehr so weit sehen kann.

00:09:38: Also ich mag das ja sehr gerne, wenn es ein bisschen hügelig ist für mich das Heimat dieses Weinberg-Flusthelers bewaldete Hügel Ich mag das ganz gern, wenn das wie einen hingeworfenen Tischstuch ist Die Landschaft und genau, es ist anderswo natürlich auch wunderschön.

00:09:57: Das möchte ich jetzt gar nicht sagen aber für mich damit ich's als Heimat erkenne ist das schon hier so diese E-Plus-Täler-Pügel.

00:10:05: Du hast auch Kremis geschrieben davor?

00:10:09: Wann gab sie die Idee für die Riesinnen?

00:10:11: schon länger?

00:10:14: Eigentlich gab's die Idee der Riesinen konkret vorher nicht.

00:10:17: Es war bei mir eher so dass... die Krimis geschrieben habe und auch gerne geschrieben haben.

00:10:22: Aber irgendwann gemerkt hab, es gibt noch mehr Geschichten, die ich gerne erzählen würde, die aber in dieses Genre einfach nicht reinpassen.

00:10:29: Man kann ja ein Krimi viel machen, aber nicht alles.

00:10:33: Und das hat mich schon irgendwann so bisschen eingeschränkt.

00:10:35: Dann war eben die Frage okay, konzentriere ich mich auf was Neues?

00:10:40: Und lasst das quasi sein, was ich vorher gemacht hab?

00:10:44: Was ja auch ein Risiko ist, man weiß ja nicht ob man dafür einen Verlag findet oder so...

00:10:48: Und es ist sicher auch ein neuen Markt.

00:10:50: Genau,

00:10:50: also man fängt eigentlich ganz neu an oder bleibe ich bei den Krimis und sehe einfach ein dass sich nicht alles erzählen kann was ich erzählen möchte.

00:11:00: und das wollte ich aber nicht weil ich's einfach so schade fand.

00:11:02: ich hab professionell immer recht viele Ideen gleichzeitig und dachte wenn ich die alle aussortieren muss nur weil es keine Krimi-Geschichten sind ja das ist irgendwie auch schade.

00:11:13: und genau dann haben wir entschieden also meine Agentin Wir setzen auf das neue Pferd und gucken mal, was da so geht.

00:11:23: Und dann... Klappt!

00:11:27: Dann habe ich überlegt, welche Geschichte von den vielen, die überhaupt sind, möchte ich denn erzählen?

00:11:32: Da haben wir auch ganz viel zu Ping-Pong gespürt.

00:11:33: Ich habe ja immer erste Ideenskizzen geschickt.

00:11:37: Was halt so davon hat mir ganz vieles.

00:11:40: Und dann irgendwann hatte ich die Idee für die Riesinnen und hat mir das geschickt.

00:11:45: Und dann war relativ schnell klar, okay, damit möchten wir es jetzt probieren?

00:11:49: Wir hatten auch vorher irgendwie Sachen, wo wir dachten, das ist es!

00:11:52: Dann war's doch nicht... Also man weiß es ja auch nicht immer sofort aber da hatte ich schon das Gefühl ok, das möchte ich gerne erzählen.

00:12:00: Genau und dann hats auch ganz gut von uns hin.

00:12:03: Voll spannend weil oft haben man vielleicht oder so von außen denkt man achja Diese Idee hat sie bestimmt schon seit ihrer Kindheit mit sich rumgetragen und jetzt wird es sie veröffentlicht.

00:12:14: Aber nein, man kann das ja auch planen und schauen und gucken was hängt bleibt und was funktioniert.

00:12:20: Hattest du für die Charaktere im Buch oder gerade vielleicht auch für Liesel irgendeine Person vor Augen?

00:12:26: Oder in deinem Leben wo du gedacht hast, boah diese alte Dame deren Geschichte muss ich erzählen?

00:12:34: Ja

00:12:34: gar nicht!

00:12:35: Das kann man da erfunden.

00:12:36: Also natürlich... gibt es Menschen oder Erlebnisse, die man irgendwo abspeichert und die unterbewusst einfließt.

00:12:44: Das glaube ich schon aber bewusst gar nicht.

00:12:47: Also die Handlung ist bis auf die einzelnen zeitgeschichtlichen Ereignisse sich aufgegriffen hat komplett fiktiv Und die Menschen sind auch komplett fektiv weil das auch gerade das Schöne ist.

00:12:58: Man spielt ja schon so bisschen Gott- oder Schicksal Weil man einfach Leute erfindet und deren denen ein Leben erfindet.

00:13:06: Ich kann einfach machen was ich will.

00:13:09: Das sind halt schon sehr viel Spaß.

00:13:10: Und dann würde ich mich jetzt ungern an jemandem gerecht werden müssen oder mich irgendwann halten müssen.

00:13:16: Ich könnte auch nicht ein Buch schreiben, was.

00:13:18: mit so einem biografischen Kern gibt es ja auch öfter so wahre Begebenheiten eine wahre Persönlichkeit und man dichtet da so bisschen was dran.

00:13:27: Ich mag schon am liebsten dass sich das einfach ganz frei erfinden

00:13:30: kann.

00:13:30: Ja also doch fährte sie!

00:13:33: Ja so fragert er auch.

00:13:38: ob ich sowas auch gerne mal schreiben würde.

00:13:40: Und ich habe noch zumindest gar nicht das Bedürfnis danach, weil ich finde... Auch allein in diesem Universum hier mit dem was wir so täglich erleben und erfahren gibt es so viel wo man so tief einsteigen kann, was man erzählen kann.

00:13:55: Ich finde Menschen an sich und deren Psyche so interessant dass ich jetzt gar nicht ausweichen müsste auf Alternativen Weil ich komm das irgendwann, dass ich's Gefühl hab.

00:14:03: Ich hab das jetzt auserzählt in C O Mann und jetzt möchte ich was anderes.

00:14:06: Aber noch ist es so, dass die Ideen, die ich habe sich eigentlich immer auf normale Menschen

00:14:11: beziehen?

00:14:13: Ja... Es sind auf jeden Fall trotzdem fantastische Charaktere!

00:14:17: Und ich wünschte ... vielleicht sitzt auch ein Bedürfnis wenn man liest und dann fertig gelesen hat, dann wünscht man sich, dass es diese Miese da draußen gibt, die einen

00:14:25: ... Ja schön, Nähzehrunden!

00:14:28: Ist frei von ... Das ja auch Reicht.

00:14:34: Ja, es ist einfach... Es macht einfach Spaß!

00:14:36: Also wenn du dieses leere Blatt hast auch, wo viele ja auch fragen, dann hat man Angst davor oder so?

00:14:43: Ich finde das wunderschön, wenn's einfach nichts gibt und du kannst aus dir nichts was erschaffen genauso wie du bist.

00:14:49: Ja.

00:14:50: Kannst du für die Leute, die das Buch nicht gelesen haben diesen Stil beschreiben den du verwendest?

00:14:58: Sehr schön!

00:15:01: Also ich lese natürlich ja auch Rezensionen und Kriegaufsachen gesagt.

00:15:05: Und allein schon deswegen fällt es mir sehr schwer, weil das immer sehr konträre Sachen sind.

00:15:09: Manche sagen es ist sehr kark, manche sagen Es ist sehr poetisch.

00:15:13: Und was von weitem denn nun?

00:15:17: Ich glaube es ist ein sehr unmittelbarer Stil also nicht irgendwie groß beschrieben was jemand denkt oder fühlt sondern eher sehr... Hoffentlich, also ich hoffe das spürt man was sie in Person fühlt oder was ihr will.

00:15:32: Was ihre Intention ist.

00:15:33: und mein ja meinen Wunsch war dass man das nicht so drum herum erzählt wird sondern dass man einfach ganz nah dran ist.

00:15:44: Ganz unmittelbar dran ist.

00:15:46: Und meine Regel wie einzige die ich mir so auf erlegt hatte beim schreiben war wenn Ich bei einem Satz nicht sicher bin fliegt heraus.

00:15:55: Also wenn ich nicht sicher bin, ob er da hingehört.

00:15:57: Wenn Ich Nichtsicher Bin, Ob Er Wirklich Fließt und Die Formulierung Gut Ist Wenn Ich nicht Sicher Bin, ob Man ihn wirklich Braucht also Sobald Ich angefangen Hab Zu Überlegen Bei einem Satz Habe Ich Nicht Strich Und Nur Wenn Ich Wusste okay Genauso Möchte Ich Den Satz Da Haben Dann Dürft Er Bleiben?

00:16:13: Und Ich glaube das macht auch Beim Meine Mystik so Bisschen Was Aus.

00:16:16: Es gibt Schon Auch Leerstellen Darin.

00:16:19: Das war zumindest meine Absicht und es Krieg Ich auch oft Zurückgespielt Dass man schon so ein bisschen mitdenken muss, auch zwischen den Zeilen und so.

00:16:28: Und dass man die Leserinnen so ein bißchen fordert, dass man ihnen jetzt nicht alles ausbuchstabiert.

00:16:35: Die macht das jetzt wein?

00:16:37: Sondern okay... Die sind alle superglug, die das lesen!

00:16:41: Man kann denen richtig viel zutrauen.

00:16:43: Dann muss ich es auch nicht so ausbuchstarbieren.

00:16:45: Die kommen schon drauf was ich sagen will.

00:16:48: Ich lese selber auch sehr gerne so und dann war das mein Ziel auch zu schreiben

00:16:53: Ja, ich finde auch ... Also absolut.

00:16:59: Man muss ein bisschen mitdenken aber jetzt auch nicht krass viel oder so und ich glaube viel davon sind ja dann auch... also was ich immer überträgt ist das Gefühl, dass die Person gerade in diesem Moment hat Die Emotion, die da irgendwie mitschwingt Und das, was viel auch, was die Person nicht sagt, glaub' ich Das zieht sich so ein bisschen, hatte ich den Eindruck durch Ich hab diese

00:17:23: nächste Guterin immer alles zu sagen.

00:17:25: Ja, ich meine das wird dann auch ja so beschrieben.

00:17:28: Das steht ja so im Buch aber oft und ich habe verschiedene Bezeichnungen dafür jetzt gehört.

00:17:35: Irgendjemand hat was von Wandkalendersprüchen gesagt.

00:17:38: für mich war es eher so oft am Ende von einem Abschnitt oder Kapitel oder Gedanken oder Emotionen.

00:17:46: Steht dann eine Einordnung die man auf jeden Fall unterschreiben kann und die auch von der Oma gesagt hätte werden können Irgendwie.

00:17:57: So ein Spruch, den man auf dem Dorf sagt und man hört ihn und denkt, das ist aber so einfach!

00:18:01: Ist es dann nicht?

00:18:02: Aber wenn man nachdenkt, vielleicht ist es schon auch nicht so kompliziert.

00:18:09: Ja, vielleicht geht es darum, dass halt das Leben ist.

00:18:13: Das kann man oft auch irgendwie runterbrechen weil wir alle das ja auf so leben.

00:18:19: Also so kompliziert ist es da letztlich auch nicht.

00:18:24: Man erlebt Dinge, man liebt und man verliert.

00:18:27: Es sind ja schon so die groben Koordinaten in denen man sich bewegt.

00:18:32: Und ich glaube da gibt es schon den einen oder anderen Satz der vielleicht auch zumindest was meine Absicht das so ein bisschen runterbricht dass man denkt okay stimmt eigentlich habe ich vielleicht doch so nicht gesehen.

00:18:45: aber jetzt wo du sagst

00:18:48: ist

00:18:48: eigentlich ganz trennt.

00:18:49: gut jetzt wo ich nach zwanzig Jahren nochmal drüber nachdenke was Oma gesagt hat Ich weiß es stimmt.

00:18:54: Es gab eine Sache, das erzähle ich immer wenn es um Thema Recherche geht.

00:18:59: Ich werde auch oft gefragt wie viel habe ich recherchiert?

00:19:01: und jetzt ist ja so ne Balance zwischen Recherchen aber man muss auch einfach einen Teil erfinden.

00:19:08: Und auch wenn man recherchieren was ist?

00:19:11: Wie sehr geht's um Fakten und wie sehr gehts einfach auch um Emotionen und die des Menschen erlebt haben, die dort wirklich gelebt haben.

00:19:20: Und ich bin immer in der Meinung, dass man am besten einfach mit Leuten redet.

00:19:23: Das bringt viel mehr als jetzt groß irgendwas nachzulesen, weil wenn man Sachen nachschaut ja nur die Fragen googeln kann, die man selber schon hat.

00:19:32: aber man kommt auf ganz viele Fragen gar nicht erst.

00:19:35: und Ich habe eben mit einer Ganz tollen Schwarzerin sehr lange gesprochen, die mir ganz viel aus ihrem Leben erzählt hat wie dann auch gegengelesen hat und Die meinte bei einer Szene also Liese und Hermann Bernhardt die ersten da zu Abend Ich hätte da reingeschrieben, dass sie halt Butterbrot essen und Tomaten.

00:19:54: Und dann meinte sie, wir hätten aber keine Tomaten!

00:19:58: Das war was ganz Besonderes, was ganz Treues.

00:20:00: Weil so einem einfachen Abendessen hätt es da keine Tomate gegeben... ...und ich war so okay.

00:20:06: habe ich gar nichts drüber nachgedacht?

00:20:07: Für mich ist das eine totale Selbstverständlichkeit.

00:20:09: Man hat die im Garten auf dem Balkon oder dem Supermarkt.

00:20:12: Ja.

00:20:14: zu googeln und danach zu schlagen, aber wann gab es wo Tomaten?

00:20:18: Was frage ich mich?

00:20:19: ja gar nicht erst.

00:20:20: Weil ich's nicht hinterfragt habe.

00:20:21: Aber da muss doch jemand kommen, der dann sagt okay war aber so nicht.

00:20:26: Und das geht mir wenn du mit Menschen sprichst.

00:20:28: Ja klar hätte ich jetzt auch nicht gedacht, aber man ist es so gewöhnt.

00:20:31: Es gibt überall Pasta, es gibt überall Thematen in allen Gärten und das ist ein integraler Bestandteil der deutschen Küche.

00:20:38: Aber eigentlich nicht.

00:20:39: Eigentlich damals nicht.

00:20:42: Und dass es eben so dieses Jahr, du kommst nicht drauf und du nicht mit Leuten sprichst.

00:20:45: Eine Sache die ich noch nie gefragt wurde – das ist auch keine große Sache – aber ich habe mir immer gewünscht, dass mal jemand nachfragt warum das da steht.

00:20:53: Und zwar gibt es einen Satz ganz am Anfang als es um Schwarzwaldhäuser geht.

00:21:01: Da steht, dass sie gebaut sind aus Holz, das im rechten Mond gehauen wurde.

00:21:07: Mich hat noch niemand gefragt, warum das denn... mit dem Mond zusammenhängt.

00:21:11: Warum?

00:21:14: Ich kann auch noch mal richtig fragen, du im ersten ganz am Anfang des Buches da steht doch dass die Häuser aus Holz sind das im rechten Mond geschlagen wurde.

00:21:24: was heißt es denn?

00:21:25: also gut hast du fragst.

00:21:27: spannende Frage das hat mir auch jemand aus dem Schwarzland erzählt.

00:21:32: ich hoffe das stimmt aber ich hätte jetzt keinen Grund.

00:21:34: das hinterfragen ist weil jemand der sich sehr gut auskannte Das Holz, also es wurde mondabhängig quasi geschlagen.

00:21:44: Weil je nachdem wie der Mond steht das Holzen mehr oder weniger Wasser zieht.

00:21:50: Ja.

00:21:50: Es hängt ja alles zusammen miteinander in der Natur und wenn der Mond richtig steht ist das Holz quasi hat mehr Wasser in sich gespeichert und brennt nicht so schnell.

00:22:00: Wenn du mir auch so recht... Das sagt dahinter!

00:22:03: Schön, oder?

00:22:04: Ja, das ist sehr schön.

00:22:08: Ich glaube, ich habe mir darüber keine Gedanken gemacht.

00:22:09: Weil man vielleicht auch weil man in Baden-Württemberg ist so mit demeter Landwirtschaft vertraut ist dass man weiß das Kräuter und Pflanzen nach Mondphasen.

00:22:19: Es könnte ja auch ein Aberglaube sein aber es hat tatsächlich eine Bewandtnis und hat eben dafür geschützt oder nicht komplett geschützten aber sie hat dabei geholfen dass das Haus nicht so abgebrannt ist.

00:22:34: Ist

00:22:34: es nicht ein abergläubischer Landstrich?

00:22:37: Süddeutschland?

00:22:39: Also grundsätzlich wahrscheinlich schon, aber ich bin dann nicht damit konfrontiert worden.

00:22:43: Das waren alles sehr pragmatische Menschen mit denen ich gesprochen habe und es kommt vielleicht auch so ein bisschen daher.

00:22:47: Es ist jetzt nicht die einfachste Landschaft, zugänglichste Landsschaft, da muss man halt irgendwie mit dem umgehen was halt da ist und man mitkommt zu einem gewissen Pragmatismus glaube ich.

00:22:57: Einherr das war eher so meinen Eindruck.

00:22:59: Eigentlich geht dein Buch auch sehr nahe fand ich oft beim Lesen, aber dann kommt eine Riesin um die Ecke.

00:23:07: Ein Plan-Gefühl hatte irgendwie eine Lösung.

00:23:12: Dadurch musste ich es jetzt nicht weglegen, weil das kenne ich schon sonst auch.

00:23:17: Und es hat mich dann durchaus doch irgendwie berührt, wo ich so dachte... Oh Mann!

00:23:22: Nicht das jetzt noch?

00:23:24: Aber man muss gar nicht mal so lange warten außer vielleicht auf Cora bis sich dann irgendwie doch irgendeine Tür auftut oder irgendeinem Gedanke kommt.

00:23:37: Also was mir oft Leute sagen, ist dass sie sich schon sehr ärgern auch teilweise.

00:23:41: Beim Lesen sagen warum machst du das jetzt?

00:23:43: Und dass Sie es nicht weglegen wollen oder können aber in dem Moment schon irgendwie sauer sind.

00:23:49: Dass sie sich so verhält in dem moment.

00:23:53: Wo ich dann auch denke und sage man muss nicht immer alles einsteins nachvollziehen können.

00:23:58: also ich hätte auch vieles was die machen so nicht gemacht aber es geht ja auch nicht um mich Und Menschen sind nur manchmal irrational, manche machen dumme Dinge.

00:24:06: Das gefällt einfach zum Leben dazu und ich finde dass man sich dann ärgert.

00:24:12: das zeigt ja, dass man mit fühlt.

00:24:13: es ist eigentlich egal.

00:24:14: insofern freut mich des Ereignisses.

00:24:18: Leute sagen Ja an der Stelle das war nicht ganz schlimm, hat die das gemacht warum?

00:24:24: Wenn ich dir erkläre ist es auch langweilig.

00:24:27: musst du schon selber dir Gedanken

00:24:29: Haben die Figuren ein Eigenleben entwickelt?

00:24:32: Dass du jetzt auch sagen könntest, weißt sie nicht wieso sie das getan hat.

00:24:35: Sie ist eine eigen selbstständige Frau also kann sich selber entscheiden.

00:24:38: Ja zu

00:24:38: unabhängig.

00:24:40: Das ist für mich immer ein gutes Zeichen.

00:24:42: wenn ich merke die entwickelnden Eigenleben was merke ich dann oft daran dass das was ich als nächsten Handlungspunkt vielleicht vorgesehen hatte nicht mehr so richtig passt.

00:24:54: und ich hatte dann das und das als Plan im Kopf und merke okay wir sind aber mit der Figur jetzt ganz woanders gelandet, das passt überhaupt nicht mehr.

00:25:03: Weil ich es eben nicht nur steuere.

00:25:06: Es ist auch vieles was sich im Fluss einfach so ergibt und dann entwickelt die Figur vielleicht ein Charakterzug den ich nicht vorher gesehen habe oder sie wächst schneller oder langsamer oder was auch immer und ich hatte mir ja die Handlung überlegt bevor ich angefangen hab zu schreiben.

00:25:22: Das muss ich ja.

00:25:23: der Verlag kriegt ja nicht nur eine Leseprobe sondern auch das Exposé Und weiß dann, okay da landen wir am Ende.

00:25:31: Das ist die Handung über das ganze Buch?

00:25:33: Genau.

00:25:34: und also man entwickelt die Handlung ja ganz am Anfang und dann kriegt der Verlag dieses Exposé und kann anhand von Exposés in Leseprobe entscheiden.

00:25:42: Ist das was für uns?

00:25:43: Wollen wir versuchen das zu holen oder nicht?

00:25:47: Sprich auch dass Ebene und eigentlich alle meisten Entscheidungen werden am Anfang schon so angelegt.

00:25:53: Aber dann ist man mit denen, irgendwie schreibt man da ein, zwei Jahre dran und die entwickeln sich.

00:25:57: Und dann kann es natürlich passieren, dass man nachher merkt okay das was ich jetzt für die vorgesehen hatte, das fühlt sich gar nicht mehr organisch an.

00:26:03: Das muss ich einfach anders machen weil sie sich in eine andere Richtung getwickelt hat.

00:26:09: Ich mag das aber eigentlich immer ganz gerne.

00:26:10: Weil mir das zeigt, dass ich die Persönlichkeiten mit so genug Fleisch angefüttert habe quasi, dass sie so ja einen Eigenleben entwickeln.

00:26:18: Ja im Grunde künstliche Intelligenz erschaffen hast

00:26:21: In no

00:26:22: way.

00:26:24: Nein, natürlich.

00:26:25: Ich verstehe es absolut

00:26:27: nicht.

00:26:27: Aber man hat das

00:26:29: eigenes Leben erschaffen?

00:26:30: Ja, man hat so viele Sachen eingegeben, dass jetzt Dinge entstehen, was tun und was

00:26:37: man selber gar nicht mehr steuert.

00:26:38: Korra

00:26:40: war die schwierigste

00:26:46: für mich aber vor allen Dingen weil sie mir auch von der Persönlichkeit nicht so nah ist.

00:26:53: Sie ist ja sehr, diesen ganz starken Aufbruch zu wählen und diese Wut in sich... Und da hat sie eine ganz bestimmte Art zu ticken!

00:27:04: Da musste ich mich schon sehr reinfinden.

00:27:06: Das war aber generell immer wenn ich von einer Figur zur anderen übergegangen bin, dass ich kurz ein bisschen Bammel hatte ob mir das gelingt weil jetzt mit einer so eng verbunden war ob ich dann nahtlos einen Übergang hinbekomme zur nächsten.

00:27:21: Also man muss schon loslassen, natürlich beim Schreiben auch wenn man von einer zu anderen wechselt aber auch wenn das Buch fertig geschrieben ist zu sagen wir gehen jetzt raus und entwickeln da ja auch nochmal ein Eigenleben natürlich dadurch dass sie gelesen werden und sich jeder Leser jede Leserin ihre eigenen Gedanken macht und diese Lücken eben füllt die vielleicht in Text sind.

00:27:43: es ist ja nicht mehr nur meine Ich finde es nicht bei meinen Riesinnen, sondern jeder der die liest macht sie sich auch zu eigen.

00:27:49: Und da muss man schon loslassen können.

00:27:52: und man muss auch in ganz praktischen Sinne loslassen und sagen ich lass jetzt das Manuskritt so wie's ist.

00:27:57: Das geht in Druck.

00:27:58: Ein ganz versterlicher Moment!

00:28:01: Ich komme damit überhaupt nicht klar.

00:28:02: viele genießen das zu sagen ach ja Punkt und jetzt gehts in Druck und ich bin frei und hab´s geschafft.

00:28:07: also mich ist dass...ich mag das überhaupt gar nicht Weil man immer noch denkt, hab ich's wirklich so gut gemacht wie es nur möglich ist.

00:28:15: Hätte ich nicht da vielleicht doch noch was anders machen können oder das besser machen können?

00:28:20: Aber ... Man hat ja eine Deadline zum Glück weil wenn man ewig dran rumwerken würde, würde man's nur verschlimmen bessern.

00:28:28: und wenn dann die Info kommt, war es jetzt ein Druck.

00:28:30: Mhm.

00:28:32: Dann kriegst du erst mal Herzklopfen!

00:28:34: Hat das ... Was meintest diese ... der Prozess zu merken, oh jetzt nehmen Leute diese Charaktere neben dieser Geschichte.

00:28:42: Machen sie sich zur Eigen, indem Sie sie konsumieren oder sich mit ihren eigenen Gedanken füllen oder ihre eigene Erfahrungen.

00:28:51: hat es dir geholfen beim Loslassen?

00:28:53: Oder gab's auch so Momente wo du dachst?

00:28:55: oh nein so ist das nicht!

00:28:59: Also mir hilft es schon... Es ist natürlich was worauf man auch hinschreibt.

00:29:03: Das ist einfach schön wenn Menschen meine Bücher lesen.

00:29:07: Natürlich ist das Schreiben an sich ja auch so ein bisschen Selbstzweck.

00:29:11: Also ich würde bestimmt hoffentlich auch schreiben, wenn es niemand lesen würde?

00:29:15: Glaub' ich schon!

00:29:16: Dann würde ich's halt für mich oder meine Familie machen.

00:29:19: Aber wenns gelesen wird, ist da schon was sehr schönes und dann zu wissen okay, irgendwann nimmt das jemand in die Hand und verbringt mit den riesigen Zeit verbindet das mir zu einem Leben... Das macht schon etwas mit allem und das wusste ich beim Schreiben noch nicht.

00:29:35: aber jetzt sehe ich's dass Menschen ganz viel zu sagen haben, bei Lesungen kommen so viele Leute zu mir und erzählen, was das mit ihnen gemacht hat.

00:29:47: Woran es sie erinnert hat?

00:29:49: Was es mit ihrem eigenen Leben zu tun hat?

00:29:51: Welcher Aspekt davon zu ihnen passt... Also da ist ein ganz großes Mitteilungsbedürfnis.

00:29:57: Das finde ich so schön!

00:29:59: dass sie nicht einfach lesen und gut abgehackt auf den Stapel, sondern ich wollte ihnen sagen, es hat mich erinnert an meine Großmutter.

00:30:06: Dann erzählen die mir das und ich finde es so schön, dass das in den Menschen was auslöst und das nicht einfach so ein isoliertes Geschichte ist, sondern etwas, was sich verbindet mit den Menschen, die es lesen.

00:30:18: Hast du für wenn jetzt jemand zuhört, wer dir denkt?

00:30:24: Ich habe irgendwie eine super Idee oder ich hab schon halbfertiges Manuskript.

00:30:30: Hast du da irgendeinen Tipp?

00:30:33: Also ich habe einen Tipp, den gebe ich immer wieder.

00:30:36: Aber ich bin auch wirklich überzeugt davon dass es ein valider Tipp ist und das ist wenn man das ernst also wirklich ernst nehmen und angehen möchte, dass es sehr viel Sinn macht sich eine Agentur zu suche, eine Literaturagentur weil es sehr schwierig ist direkt an Verlag zu gehen.

00:30:57: Also irgendwie weiß ich nicht.

00:30:58: Null Komma, Nulleins Prozent aller Unverlangt an den Verlag eingesandten Manövte wird verlegt und es bringt sehr viel wenn man jemanden hat er den Markt kennt der den Text auch kritisch anschaut weil man selber denkt immer boah ich hab's das fertig geschrieben ist also das macht total viel Sinn.

00:31:16: aber ein Blick von außen von jemandem sich damit auskennt der einschätzen kann hat das Potenzial und wenn ja in welchem Bereich?

00:31:26: Was müsste man, wo müsste man nachschärfen und so?

00:31:28: Das bringt einfach wahnsinnig viel.

00:31:30: Und ich bin mir sehr sicher, dass ich ohne meine Agentur nicht da wäre, wo ich jetzt bin.

00:31:36: Weil die an ganz vielen entscheidenden Stellen mich bestärkt haben oder auch Kontra gegeben haben.

00:31:41: Einfach jede Menge Ahnung haben, die ich nicht habe und ich in diesem Markt nicht drinnen will.

00:31:46: Ja

00:31:46: klar das ist ein ganzer Betrieb!

00:31:48: Und was ich immer sehr empfehlen kann es gibt natürlich auch schwarze Schafe Aber es gibt auch Quellen dafür, was sind seriöse Agenturen?

00:31:59: Agenzie-Listen und Grund.

00:32:03: Als Faustregel kann man sagen wenn eine Agentur von dir erst dann Geld will im Erfolgsfall Dann ist das eher seriös Wenn die von dir von vornherein Geld wollen Dafür dass sie den Text überhaupt abtouren würde.

00:32:15: ich versuche ich die Finger davon lassen.

00:32:17: aber Es gibt schon echt richtig Tolle Agentinnen und Agenten Die wahnsinnig viel in Bewegung setzen für ihre Leute Und davon kann man total profitieren.

00:32:27: Das wäre so der praktische Tipp, ich hätte.

00:32:30: Ist ein guter.

00:32:32: Der andere Tipp ist einfach nicht für Rücken anzulassen und sich nicht einreden zu lassen was man eh keine Chance hat.

00:32:39: Ich habe das auch immer zu hören bekommen.

00:32:41: es wartet ja auch kein Verlag auf dich na klar aber halt auf die anderen ja auch nicht.

00:32:45: also wir haben alle die gleichen Voraussetzungen.

00:32:48: Man muss das nicht studiert haben.

00:32:50: ich hab auch nicht freies Schreiben studiert.

00:32:54: Man muss sich auch nicht irgendwie irritieren lassen, wenn es dann mal nicht klappt.

00:32:59: Und vor allen Dingen... Es muss auch nicht immer unbedingt auf den Verlagsvertrag rauslaufen!

00:33:04: Man kann auch einfach schreiben und man darf sich auch Autorinnen auffordern, wenn man nur für sich schreibt oder das selbst publiziert oder für die Oma schreibt.

00:33:12: Oder so.

00:33:13: Es ist immer so ein Professionalisierungsgedanke schnell dabei beim Schreiben.

00:33:18: Ich habe es auch schon oft gesagt, wenn jemand jetzt irgendwie Sachserfohren Schlatze gespielt, sagt ihr auch keiner.

00:33:26: Ja gut aber.

00:33:27: Plattenvertrag kriegst du damit auch rein?

00:33:28: Kann man davon

00:33:29: leben!

00:33:30: Bei Wattet denn ob dich so... Nee macht das einfach weil es schön ist und was dir Spaß macht.

00:33:35: Und beim Schreiben ist ganz oft der Gedanke so ja aber hat darauf jemand gewartet?

00:33:38: vielleicht nicht aber muss ja auch nicht.

00:33:40: also schreiben kann einem sehr viel geben auch wenn man nicht veröffentlicht wird und vielleicht dauert's auch einfach fünfzig Jahre bis man entdeckt wird.

00:33:48: wer weiß aber Es ist oftmals die Reaktion von außen Dieses auf dich wartet eh keiner.

00:33:57: Und erstes mal stimmt es nicht unbedingt, und zweitens selbst wenn so ist kann man trotzdem ... ey!

00:34:02: Aber ich hätte das jetzt als ich dann so... Es ist darum ging sich ein Bild zu suchen mich nie getraut zu sagen und ich werde jetzt Autorin.

00:34:10: Hätte ich also auch nicht geglaubt.

00:34:12: Wie sähe denn deiner Meinung nach eine perfekte Welt für SchriftstellerInnen aus?

00:34:17: Also was bräuchtest du um ganz entspannt Autorinnen zu sein und deine Bücher zu schreiben?

00:34:22: Ja, wenn man wahrscheinlich so ein hundert Büchervertrag hätte.

00:34:28: Und man sich einfach keine Gedanken umbefrist.

00:34:31: Weil es ist natürlich wie alle künstlerischen freien Berufe lebt man von Buch zu Buch auf Projekt zum Projekt genau und man weiß halt nicht was kommt und das weiß ich auch nicht.

00:34:44: Natürlich hilft das, wenn wir einen gewissen Erfolg hatte nicht bei null anfangen muss, aber dass Menschen jetzt die riesigen mögen heißt ich das sie das nächste buch mögen werden Das weiß man nicht.

00:34:57: Es kann genauso gut vorbei sein und das ist was was einem immer so ein bisschen im nacken sitzt.

00:35:02: vielleicht hilft es auch dabei Dass man wirklich sich müh kippt gut zu sein Und nicht irgendwie zu satt und so zufrieden ist, aber eh für mich wäre das ein etiall Zustand.

00:35:13: Dass ich mir keine Sorgen machen muss ob ich das in zehn Jahren noch machen darf.

00:35:17: Sondern weiß dass ich es in zehn Jahre noch mache.

00:35:19: Ich würde das gerne auch nur in fünfzig Jahren machen Aber man weiß halt nie was kommt.

00:35:25: Das ist natürlich immer so bisschen Unsicherheit die mitschwingt Die aber ja allen künstlerischen Berufen irgendwie zugrunde liegt außer man hat sehr groß geerbt oder Lotto geworden.

00:35:37: Gut, Kairat.

00:35:42: Also sehr profan meine Antwort eigentlich.

00:35:44: Hauptsache man kann davon leben und muss sich um nichts anderes in der Gedanken machen und kann sich darauf konzentrieren weil das ist echt ein großer Luxus.

00:35:54: Das ist doch mal ein stabiler Zukunftswunsch an die nächsten fünfzig Jahre.

00:35:59: Danke Hannah für den schönen Ausflug in die sonnige Talaue in Weiblingen und alle anderen.

00:36:06: Bis zum nächsten Mal bei Kunst und Quer, dem Podcast durch die Kulturregion Stuttgart.

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